ResiKomp – Quarterly Rückblick 2025/4

Oktober bis Dezember 2025: Vom Problem-verständnis zur gemeinsamen Lösungsfindung 

Nachdem wir uns in den vergangenen Monaten intensiv mit der Analyse von Herausforderungen, Abhängigkeiten und Risiken in Wertschöpfungsnetzwerken beschäftigt haben, rückt nun zunehmend die gemeinsame Entwicklung konkreter Lösungen in Form des Kompetenzdepots in den Fokus. Der Austausch im Konsortium, wissenschaftliche Recherchen und nicht zuletzt das Konsortialtreffen vor Ort im Dezember haben diese Phase entscheidend geprägt. 

Oktober: Forschung sichtbar machen und Grundlagen vertiefen 

Lange Nacht der Wissenschaften: ResiKomp im JOSEPHS und der FAU 

Der ResiKomp Spot im JOSEPHS an der NdW25

Im November war ResiKomp auf dem ersten Forschungs- und Entwicklungstag der Förderrichtlinie ResiPro bei Sartorius in Göttingen vertreten. Der Austausch mit Vertretern aus anderen Projektpartnern ermöglichte einen Blick über den eigenen Projektrahmen hinaus und lieferte wertvolle Impulse zu aktuellen Projektfortschritten.  

Die FAU präsentiert ResiKomp an der NdW25

Im JOSEPHS – Das offene Innovationslabor konnten Besucher konkrete Einblicke in die Zielsetzung des Projekts gewinnen und sich aktiv mit Fragen rund um globale Krisen, wie der Chipkrise 2022, auseinandersetzen. Außerdem waren sie dazu aufgerufen, selbst Feedback zu geben und zu beschreiben, was sie mit den Begriffen persönliche und industrielle Resilienz verbinden. Auch am Standort der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Nürnberg präsentierte der Lehrstuhl Wi1 gemeinsam mit dem Lehrstuhl FAPS seinen Besuchern zentrale Inhalte und Fragestellungen des Projektes. 

Wissenschaftliche Recherchen: Vertiefung zentraler Konzepte 

Parallel dazu wurden wichtige wissenschaftliche Grundlagenarbeiten vorangetrieben. Die beteiligten Forschungspartner FAU (Lehrstuhl FAPS sowie Lehrstuhl Wi1) und Technische Universität Chemnitz (TUC) analysierten bestehende Ansätze zu Resilienz im industriellen Kontext, Kompetenzmodellen, Open Innovation und interorganisationaler Zusammenarbeit. 

Diese Recherchen bilden nunmehr eine zentrale Basis für das Projekt. Sie helfen dabei, Kompetenzdepots theoretisch klar einzuordnen, zentrale Kompetenzen für Resilienz zu verstehen und erste Hypothesen für die spätere Ausgestaltung von IT-Lösungen zu entwickeln. Deutlich wurde: damit ein Kompetenzdepot aktiv genutzt werden kann, braucht es klare Regeln, gleichzeitig entsteht enormes Potenzial in der gezielten, interorganisationalen Verknüpfung von Kompetenzen, Wissen und Ressourcen. 

November: Austausch, Datenthemen und Vorbereitung auf die nächste Phase 

F&E-Tag in Göttingen: Perspektiven aus Praxis und Forschung 

Im November war ResiKomp auf dem ersten Forschungs- und Entwicklungstag der Förderrichtlinie ResiPro bei Sartorius in Göttingen vertreten. Der Austausch mit Vertretern aus anderen Projektpartnern ermöglichte einen Blick über den eigenen Projektrahmen hinaus und lieferte wertvolle Impulse zu aktuellen Projektfortschritten.  

Beim F&E-Tag von Resipro in Göttingen bei Sartorius haben wir zunächst den aktuellen Zwischenstand unseres Projekts vorgestellt und uns einen Überblick darüber verschafft, woran die anderen Partner gerade arbeiten. Anschließend konnten wir in Themenarbeitskreisen gemeinsam an Inhalten arbeiten, uns tiefer in zentrale und partner-spezifische Themen einarbeiten und unser Projekt im Austausch weiter einordnen. Zum Abschluss gab es eine Führung bei Sartorius mit einer sehr spannenden Fabrikbesichtigung. 

ResiPro-Partner auf dem F&E-Tag in Göttingen
ResiPro-Partner auf dem F&E-Tag in Göttingen
Präsentation von ResiKomp auf dem F&E-Tag in Göttingen
Präsentation von ResiKomp auf dem F&E-Tag in Göttingen

Fokus Datenaustausch: Chancen und Herausforderungen 

Ein weiterer Schwerpunkt im November lag auf dem Thema Datenaustausch. In internen Diskussionen wurde herausgearbeitet, welche Rolle Daten für Kompetenzdepots spielen und wie diese in digitalen IT-Systemen dargestellt und geteilt werden können.  

Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Daten und ihr Austausch ein zentraler Befähiger (Enabler) für das Kompetenzdepot sind. Viele der benötigten Unternehmensdaten sind vertraulich, können aber unter klaren Regeln sicher geteilt werden. Für das Projektteam entscheidend sind demnach klare Rahmenbedingungen, transparente Regeln und ein gemeinsames Verständnis darüber, welche Daten geteilt werden können, sollen oder müssen. Das Kompetenzdepot soll verschiedene Integrationsmuster umfassen, um die Daten unter der Berücksichtigung einer entsprechenden Governance abzubilden. 

Vorbereitung des Konsortialtreffens 

Parallel dazu liefen die inhaltlichen und methodischen Vorbereitungen für das nächste Konsortialtreffen im Dezember auf Hochtouren. Ziel war es, die bisherigen Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie im Konsortium gemeinsam reflektiert, zusammengeführt und priorisiert werden können, und zugleich zwei Workshop-Formate vorzubereiten, um den interaktiven Austausch vor Ort bestmöglich zu gestalten. 

Zur Vorbereitung des Konsortialtreffens führten die Industriepartner interne Workshops durch, in denen Bedarfe an das Kompetenzdepot definiert wurden. Hierzu wurden durch Krisen entstehende Problem operationalen Lösungsmechanismen zugeordnet und durch die Bewertung von Auswirkung und Aufwand Lösungsvorschläge priorisiert, die die Grundlage für die Workshops des Konsortialtreffens bildeten. 

Dezember: Konsortialtreffen  

Persönlicher Austausch vor Ort, Rückblick auf Erreichtes und Ausblick auf 2026 

Anfang Dezember kam das ResiKomp-Konsortium an der FAU in Nürnberg zusammen. Das Treffen markierte einen wichtigen Meilenstein: Nach dem ersten Jahr intensiver Analysearbeit standen der Abgleich der Perspektiven und die gemeinsame Verdichtung der Ergebnisse im Mittelpunkt. 

Konsortialtreffen der ResiKomp-Projektpartner

Gemeinsam blickten wir auf das vergangene Jahr zurück und erhielten zugleich wertvolle Impulse zum organisatorischen Rahmen des Projekts vom Projektträger Karlsruhe (PTKA). In mehreren Workshops wurden unternehmensspezifische Bedarfe zusammengeführt, Problem-Lösungs-Paare diskutiert und zentrale Enabler für Kompetenzdepots identifiziert und priorisiert. Der persönliche Austausch erwies sich dabei erneut als entscheidend, denn viele Themen ließen sich im direkten Dialog tiefer diskutieren und schneller weiterentwickeln. 

Workshop 1 des Konsortialtreffens

Außerdem wurde der persönliche Austausch gestärkt, sei es bei der gemeinsamen Mittagspause, beim Besuch des JOSEPHS Spot vor Ort oder beim abendlichen Gang über den Christkindlesmarkt. Der Tag zeigte: ResiKomp wächst weiter, inhaltlich, methodisch und zwischenmenschlich. 

Workshop 2 des Konsortialtreffens

Ergebnisse strukturieren und nächste Schritte planen 

Auf Basis der Workshops wurden die Ergebnisse im Nachgang strukturiert, zusammengefasst und für die nächsten Projektphasen aufbereitet. Besonders wichtig war dabei die Priorisierung: Nicht alle identifizierten Bedarfe können gleichzeitig adressiert werden, umso entscheidender ist es, sich auf diejenigen Aspekte zu fokussieren, die unternehmensübergreifend den größten Hebel für Resilienz versprechen. 

Zentrale Erkenntnisse zum Jahresende 

Zum Abschluss des Jahres lassen sich einige übergreifende Erkenntnisse festhalten: 

  • Der Übergang von der Problembeschreibung zur Lösungsfindung ist gelungen: ResiKomp bewegt sich zunehmend in Richtung konkreter Ausgestaltung von Kompetenzdepots. 
  • Die Vielfalt der Perspektiven aus Wissenschaft und Industrie ermöglicht ein tiefes, realitätsnahes Verständnis der Herausforderungen in Wertschöpfungsnetzwerken. 
  • Priorisierung ist entscheidend, um aus komplexen Problemstellungen handhabbare, umsetzbare Lösungen zu entwickeln. 
  • Der persönliche Austausch im Konsortium ist ein zentraler Erfolgsfaktor und durch digitale Formate nicht vollständig ersetzbar. 

Ausblick: So geht es weiter 

Für die kommenden Monate sind bereits die nächsten Schritte geplant: 

  • Qualitative Interviews dienen dazu, das aufbereitete theoretische Wissen gezielt durch die Expertise unternehmensinterner Fachpersonen zu ergänzen und unterschiedliche Perspektiven systematisch zu erfassen. 
  • Die Bewertung der Datenfreigabe wird unternehmensintern weiter vertieft, um realistische Rahmenbedingungen für das Kompetenzdepot abzuleiten und dessen Ausgestaltung gezielt vorzubereiten. 
  • Ab Januar beginnt die konkrete Ausarbeitung der Bedarfe, mit dem Ziel, die Anforderungen an das Kompetenzdepot weiter zu schärfen und erste Use Cases final auszuarbeiten. 

Dabei stellt sich eine zentrale Frage für die nächsten Schritte: 

„Welche Themen, Funktionen oder Mechanismen des Kompetenzdepots sollten im Jahr 2026 vorrangig entwickelt und getestet werden?“ 

Wir freuen uns darauf, diese Frage gemeinsam im Konsortium weiter zu diskutieren und ResiKomp Schritt für Schritt in die nächste Phase zu führen.